A. Was ist eine BGB-Ge­sell­schaft?

III. Wel­che Zwe­cke darf eine GbR ver­fol­gen?

An­ders als bei ei­nem Aus­tausch­ver­trag er­for­dern Ge­sell­schaf­ten stets eine ge­mein­same Zweck­ver­fol­gung, § 705 BGB. Zu­läs­sig ist na­hezu je­der Zweck; aus­ge­nom­men sind ge­setz­lich ver­bo­tene (§ 134 BGB) und sit­ten­wid­rige (§ 138 BGB) Zie­le. Gleich­zei­tig be­steht eine För­der­pflicht. Je­der Ge­sell­schaf­ter muss sein Han­deln an dem ge­mein­sa­men Zweck aus­rich­ten und so zu dem Ge­lin­gen bei­tra­gen.

Ide­elle Zwe­cke kön­nen, so­fern man sie in Form ei­ner Ge­sell­schaft ver­fol­gen will, nur als GbR ver­folgt wer­den. An­dere ge­sell­schafts­recht­li­che For­men ste­hen in die­sem Fall nicht zur Ver­fü­gung. Bei er­werbs­wirt­schaft­li­chen Zie­len sind je­doch die Per­so­nenhan­delsge­sell­schaf­ten von der GbR ab­zu­gren­zen:

  • Wird "nach Art und Um­fang ein kauf­män­nisch ein­ge­rich­te­ter Ge­werbebe­trieb" be­nö­tigt, ent­steht au­to­ma­tisch eine Of­fene Han­dels­ge­sell­schaft (OHG), § 105 Abs. 1 HGB.

  • Ist der Zweck auf ein "Ge­werbe" oder die "Ver­wal­tung ei­ge­nen Ver­mö­gens" ge­rich­tet ist, kann durch frei­wil­lige Re­gis­te­r­ein­tra­gung (§ 105 Abs. 2 HGB; § 2 HGB) statt ei­ner GbR eine OHG bzw. Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG) ge­grün­det wer­den.

  • Frei­be­ruf­ler, bei­spiels­weise Ärz­te, Rechts­an­wäl­te, No­tare oder Jour­na­lis­ten, üben kein Ge­werbe aus und kön­nen nie eine OHG oder KG für ihre Tä­tig­keit wäh­len. Sie kön­nen aber eine Part­ner­schafts­ge­sell­schaft (Par­tG) grün­den.

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