III. Wel­che Rechte ha­ben die Ge­sell­schaf­ter?

1. Wel­che Ver­wal­tungs­rechte ha­ben die Ge­sell­schaf­ter?

Die Ge­sell­schaf­ter ha­ben die Mög­lich­keit, Ein­fluss auf die Ge­sell­schaft zu neh­men und diese zu kon­trol­lie­ren:

  • Nach § 709 BGB kön­nen sie die Ge­sell­schaft durch ein grund­sätz­li­ches Recht zur Ge­schäfts­füh­rung steu­ern. Bei Ein­zel­ge­schäfts­füh­rung ha­ben die Ge­sell­schaf­ter nach § 711 BGB ein Wi­der­spruchs­recht.

  • Alle Ge­sell­schaf­ter kön­nen durch Aus­übung ih­res Stimm­rechts Ein­fluss aus­üben, § 709 BGB.
  • Der Ge­schäfts­füh­rer hat nach § 713 BGB i.V.m. § 666 BGB eine Mit­tei­lungs­pflicht ge­gen­über der Ge­sell­schaft. Die­sen An­spruch kön­nen alle ver­tre­tungs­be­rech­tig­ten Ge­sell­schaf­ter im Wege der ac­tio pro so­cio (Ge­sell­schaf­ter­kla­ge) für die Ge­sell­schaft gel­tend ma­chen (kol­lek­ti­ves In­for­ma­ti­ons­recht). Sie ha­ben ein um­fas­sen­des Ein­sichts­recht in die Un­ter­lagen der Ge­sell­schaft (§ 716 BGB). Dar­über hin­aus ha­ben sie ein Aus­kunfts­recht, wenn ein be­rech­tig­tes In­ter­esse an In­for­ma­tio­nen be­steht, die sonst nicht zu er­lan­gen wä­ren.

  • Die nicht-ge­schäfts­füh­ren­den Ge­sell­schaf­ter ha­ben ein in­di­vi­du­el­les In­for­ma­ti­ons­recht aus §§ 716, 721 BGB. Die­ses Recht ist we­ni­ger um­fas­send als das kol­lek­tive In­for­ma­ti­ons­recht der Ge­sell­schaft, weil sich aus § 716 BGB le­dig­lich das Recht zur Ein­sicht­nahme er­gibt.

Aus­ge­schie­dene Ge­sell­schaf­ter ha­ben keine ge­sell­schafts­recht­li­chen In­for­ma­ti­ons­an­sprü­che. Sie kön­nen nach § 810 BGB, § 242 BGB i.V.m. § 259 BGB Ein­sicht in Un­ter­lagen der Ge­sell­schaft ver­lan­gen, so­fern sie ein recht­li­ches In­ter­esse gel­tend ma­chen kön­nen, z.B. um die Höhe der Ab­fin­dung zu über­prü­fen.

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