Was ver­steht man un­ter der Treue­pflicht der Ge­sell­schaf­ter?

b. Zu wel­chen Rechts­fol­gen führt ein Ver­sto­ßes ge­gen Treue­pflichten?

Ein schuld­haf­ter Ver­stoß des Ge­sell­schaf­ters ge­gen seine Treue­pflichten kann meh­rere Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen:

  • Er kann auf Un­ter­las­sung (§ 1004 BGB ggf. ana­log) bzw. Leis­tung ver­klagt wer­den.

  • Er kann zum Scha­denser­satz§ 280 ff. BGB) ver­pflich­tet sein. Bei Ver­let­zung des Wett­be­werbs­ver­bo­tes kann die GbR Er­satz ei­nes ihr ge­ge­be­nen­falls ent­stan­de­nen Scha­dens ver­lan­gen (§§ 280 ff. BGB, ggf. § 113 Abs. 1 HGB ana­lo­g). An­ders als bei der OHG ist es je­doch nicht mög­lich, dass die GbR das ge­gen das Wett­be­werbs­ver­bot ver­sto­ßende Ge­schäft an sich zieht.

  • Ihm kön­nen die Ge­schäfts­füh­rungs- (§ 712 BGB) und Ver­tre­tungsbe­fug­nis (§ 715 BGB) ent­zo­gen wer­den.

  • Der Ver­stoß kann ein Aus­schlie­ßungs- (§ 737 BGB) oder Auf­lö­sungs­grund (§ 723 BGB) sein.

  • Ein treu­wid­rig mit Drit­ten ge­schlos­se­nes Ge­schäft ist u.U. nach § 138 BGB nich­tig oder nach den Re­geln zum Miss­brauch der Ver­tre­tungsmacht (schwe­bend) un­wirk­sam.

  • Treu­wid­rige Hand­lun­gen sind nich­tig/un­be­acht­lich, § 242 BGB.

Der Ge­sell­schaf­ter kann da­bei im­mer nur von der Ge­sell­schaft oder sei­nen Mit­ge­sell­schaf­tern in An­spruch ge­nom­men wer­den. Eine dop­pelte In­an­spruch­nahme ist un­zu­läs­sig.

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