Was ver­steht man un­ter der Treue­pflicht der Ge­sell­schaf­ter?

a. Wel­chen Um­fang ha­ben Treue­pflichten der Ge­sell­schaf­ter?

Der Um­fang der Treue­pflichten ist im je­wei­li­gen Ein­zel­fall zu be­stim­men. Je­doch sind zu­min­dest die fol­gen­den Pf­lich­ten all­ge­mein an­er­kannt:

  • Die Ge­sell­schaf­ter sind zur Ver­trau­lich­keit ver­pflich­tet. Sie dür­fen keine In­for­ma­tio­nen über die Ge­sell­schaft und ihre in­ter­nen Ver­hält­nisse nach au­ßen mit­tei­len, so­weit da­durch die Ge­sell­schaft ge­fähr­det wird.

Ver­trau­lich sind ins­be­son­dere Ge­schäfts- oder Be­triebs­ge­heim­nis­se: Dar­un­ter fal­len bei­spiels­weise die Auf­trags­lage der GbR, Be­för­de­rungs­pläne für Mit­ar­bei­ter oder die Kun­den­lis­te.

  • Sie kön­nen ver­pflich­tet sein, in ei­ner be­stimm­ten Weise ab­zu­stim­men, so­gar bei Ver­trags­än­de­run­gen.

  • Sie müs­sen - un­ab­hän­gig von der Ge­schäfts­füh­rungsbe­fug­nis - die Ge­sell­schaft auf dro­hende Ge­fah­ren hin­wei­sen.

  • Bei der Durch­set­zung ei­ge­ner For­de­run­gen müs­sen sie Rück­sicht auf even­tu­elle Li­qui­di­täts­eng­pässe neh­men und u.U. den Be­trag stun­den. Dar­über hin­aus muss vor­ran­gig auf das Ver­mö­gen der Ge­sell­schaft zu­ge­grif­fen wer­den, erst nach­ran­gig kön­nen Mit­ge­sell­schaf­ter in An­spruch ge­nom­men wer­den.

  • Ein GbR-Ge­sell­schaf­ter darf ohne Zu­stim­mung der an­de­ren we­der in dem Un­ter­neh­mens­be­reich der Ge­sell­schaft selbst Ge­schäfte ma­chen, noch an ei­ner an­de­ren gleich­ar­ti­gen GbR als per­sön­lich haf­ten­der Ge­sell­schaf­ter teil­neh­men (Wett­be­werbs­ver­bot).

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