F. Wel­che Stel­lung ha­ben die Ge­sell­schaf­ter ei­ner GbR?

IV. Wel­che Pf­lich­ten ob­lie­gen den Ge­sell­schaf­tern?

Die Ge­sell­schaf­ter ha­ben auf­grund des Ge­sell­schafts­ver­trag um­fas­sende Pf­lich­ten:

Dar­über hin­aus kön­nen wei­tere Pf­lich­ten im Ver­trag ver­ein­bart wer­den.

Für die Er­fül­lung der Ge­sell­schaf­ter­pflich­ten ist nach § 708 BGB nur ei­gen­üb­li­che Sorg­falt (di­li­gen­tia quam in suis) auf­zu­brin­gen. Hin­ter­grund ist, dass sich die Ge­sell­schaf­ter aus­su­chen kön­nen, mit wem sie eine GbR grün­den. Dann müs­sen Sie ihre Mit­ge­sell­schaf­ter grund­sätz­lich aber auch so neh­men, wie sie sind. Wer sich also einen un­zu­ver­läs­si­gen Part­ner aus­sucht, soll selbst schuld sein. § 277 BGB mil­dert die­sen Ge­dan­ken je­doch ab: ei­ner Haf­tung we­gen Vor­satz oder gro­ber Fahr­läs­sig­keit kann nicht mit dem Hin­weis der ei­gen­üb­li­chen Sorg­falt ent­ge­gen ge­tre­ten wer­den. Die Vor­schrift § 708 BGB ist aber dis­po­si­tiv.

Bei Pub­li­kums­ge­sell­schaf­ten fehlt hin­ge­gen die Ver­trau­ens­si­tua­tion als per­sön­li­che Bin­dung, so dass die An­wend­bar­keit von § 708 BGB zu­meist ab­ge­lehnt wird.

Im Stra­ßen­ver­kehr er­klärt der BGH au­ßer­dem § 708 BGB für un­an­wend­bar.

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