D. Wem ge­hört das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen der GbR?

III. Wie haf­ten die Ge­sell­schaf­ter?

Grund­sätz­lich wird nur die Ge­sell­schaft durch das Ein­ge­hen ei­ner Ver­bind­lich­keit ver­pflich­tet. Al­ler­dings sol­len auch die Ge­sell­schaf­ter für die Ver­bind­lich­kei­ten der Ge­sell­schaft mit ih­rem pri­va­ten Ver­mö­gen ein­ste­hen, da je­der für die als Ein­zel­per­son oder als Ge­mein­schaft ein­ge­gan­ge­nen Ge­schäfte haf­ten soll, so­lange keine ge­setz­li­che oder ver­trag­li­che Haf­tungs­be­schrän­kung ver­ein­bart ist.

  • Nach der frü­he­ren Ver­mö­gens­theo­rie wurde nicht die Ge­sell­schaft als sol­che ver­pflich­tet, son­dern die Ge­sell­schaf­ter so­wohl in ih­rer ge­samt­hän­de­ri­schen Ver­bun­den­heit als auch mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen. Da je­doch in­zwi­schen die Rechts­fä­hig­keit der GbR und die da­mit ver­bun­dene Ver­pflich­tung der Ge­sell­schaft als sol­che an­er­kannt ist, greift die­ser Lö­sungs­an­satz nicht mehr.
  • Eine Ver­pflich­tung der Ge­sell­schaf­ter zur Haf­tung mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen trete nach der Dop­pel­ver­pflich­tungs­lehre da­durch ein, dass der han­delnde Ge­sell­schaf­ter bei dem Ab­schluss ei­ner rechts­ge­schäft­li­chen Ver­bind­lich­keit die Ge­sell­schaft kraft organ­schaft­li­cher Ver­tre­tungsmacht ver­pflich­tet und für die Mit­ge­sell­schaf­ter kraft ei­ner im Ge­sell­schafts­ver­trag er­teil­ten Voll­macht und für sich selbst den Bei­tritt zur Schuld der Ge­sell­schaft er­klärt.
  • Zu­letzt kann sich auch die per­sön­li­che Haf­tung der Ge­sell­schaf­ter aus der ana­lo­gen An­wen­dung des § 128 HGB er­ge­ben. Hier­bei ist die Haf­tung der Ge­sell­schaf­ter un­ab­hän­gig da­von, ob die Ver­pflich­tung der Ge­sell­schaft auf ei­ner rechts­ge­schäft­li­chen oder ge­setz­li­chen Ver­pflich­tung be­ruht. Grund für die ana­loge An­wen­dung des § 128 HGB ist, dass erst durch die Aner­ken­nung der Rechts­fä­hig­keit der GbR die Ei­gen­haf­tung der Ge­sell­schaf­ter weg­ge­fal­len ist, ob­wohl der his­to­ri­sche Ge­setz­ge­ber die Ge­sell­schaf­ter nicht haf­tungs­frei stel­len woll­te. Da­mit die Ge­sell­schaf­ter den­noch nicht voll­stän­dig schutz­los ge­stellt sind, ste­hen ih­nen nach § 129 HGB ana­log auch die Ein­wen­dun­gen und Ein­re­den der Ge­sell­schaft zu (Ak­zes­so­rie­täts­theo­rie).

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