I. Wie wech­seln GmbH-Ge­sell­schaf­ter?

1. Wie ver­fügt man über Ge­schäfts­an­teile?

Der Ge­sell­schaf­ter kann über sei­nen Ge­schäfts­an­teil grund­sätz­lich frei ver­fü­gen, d.h. ihn über­tra­gen, be­las­ten oder auf­ge­ben (§ 15 Abs. 1 Gm­bHG). Er kann ihn auch grund­sätz­lich frei ver­er­ben. So­gar eine Über­tra­gung auf die Ge­sell­schaft (als ju­ris­ti­sche Per­son) ist mög­lich (§ 33 Gm­bHG).

Das Ge­setz ver­langt so­wohl für das Ver­fü­gungs­ge­schäft (§ 15 Abs. 3 Gm­bHG) als auch für das Ver­pflich­tungs­ge­schäft (§ 15 Abs. 4 Gm­bHG) die no­ta­ri­elle Beur­kun­dung (§ 128 BGB), wo­bei bei­des in ei­ner Ur­kunde er­fol­gen kann, sog. dop­pel­tes Beur­kun­dungs­er­for­der­nis. Hier­von kann auch die Sat­zung nicht ab­wei­chen. Ein form­ge­rech­tes Ver­fü­gungs­ge­schäft heilt aber das for­mun­wirk­same Kau­sal­ge­schäft (§ 15 Abs. 4 S. 2 Gm­bHG, vgl. § 311b BGB). Be­schränkt Ge­schäfts­fä­hige be­nö­ti­gen evtl. die Ge­neh­mi­gung des Vor­mund­schafts­ge­richts, §§ 1643 Abs. 1, 1822 Nr. 3 BGB. Ist der Ge­sell­schafts­an­teil fast das ge­samte Ver­mö­gen ei­nes Ehe­gat­ten, muss der an­dere Ehe­gatte zu­stim­men, § 1365 Abs. 1 BGB.

Aus dem schuld­recht­li­chen Ver­pflich­tungs­ge­schäft er­gibt sich der Rechts­grund für die An­teils­über­tra­gung. Ein Bei­spiel ist der Rechts­kauf gem. §§ 433, 453 BGB.

Ge­gen­über der Ge­sell­schaft hat diese Über­tra­gung nur Wir­kung, wenn der Ge­sell­schaf­ter auf der im Re­gis­ter ab­ruf­ba­ren Liste auf­ge­führt ist (§ 16 Abs. 1 Gm­bHG). An­der­wei­tige Kennt­nis darf sie nicht be­ach­ten. Hier­von kann die Sat­zung nicht ab­wei­chen. Ohne Än­de­rung der Ge­sell­schaf­ter­liste (§ 40 Gm­bHG) gilt der zu Un­recht ein­ge­tra­gene Alt­ge­sell­schaf­ter wei­ter als be­rech­tigt. War die Über­tra­gung un­wirk­sam, gilt der zu Un­recht auf­ge­führte Neu­ge­sell­schaf­ter als Ge­sell­schaf­ter. Der Er­wer­ber haf­tet nach § 16 Abs. 2 Gm­bHG für rück­stän­dige Leis­tun­gen ne­ben dem Ver­äu­ße­rer.

A möchte sei­nen Ge­schäfts­an­teil an D ver­äu­ßern. Geht das und ggf. wie im Ein­zel­nen?

Grund­sätz­lich sind Ge­schäfts­an­teile ver­äu­ßer­lich, § 15 Abs. 1 Gm­bHG. A und D müss­ten einen Kauf­ver­trag (Rechts­kauf) in no­ta­ri­el­ler Form schlie­ßen, § 15 Abs. 4 Gm­bHG. Des Wei­te­ren müsste A dem D in ei­nem no­ta­ri­el­len Ver­trag den Ge­schäfts­an­teil ab­tre­ten, § 15 Abs. 3 Gm­bHG. D wäre dann neuer GmbH-Ge­sell­schaf­ter. Da­mit er auch "im Ver­hält­nis zur Ge­sell­schaft" Ge­sell­schaf­ter wird, be­darf es gem. § 16 Abs. 1 Gm­bHG der Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter, § 40 Gm­bHG. Erst dann wäre D voll­um­fäng­lich GmbH-Ge­sell­schaf­ter.

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