6. Ka­pi­tel: Was ist eine Kom­man­dit­ge­sell­schaft (KG)?

G. Wer haf­tet wie in der KG?

Nach § 161 Abs. 2 HGB i.V.m. § 124 HGB haf­tet die KG selbst für ihre ei­ge­nen Schul­den. Da­ne­ben haf­ten die Ge­sell­schaf­ter den Gläu­bi­gern für Schul­den der Ge­sell­schaft, § 161 Abs. 2 HGB i.V.m. § 128 HGB. Je­doch ist in der KG hin­sicht­lich der Haf­tungs­mas­sen zwi­schen den Kom­ple­men­tären und den Kom­man­di­tisten zu un­ter­schei­den:

  • Der Kom­ple­men­tär haf­tet wie ein OHG-Ge­sell­schaf­ter den Gläu­bi­gern nach au­ßen un­be­schränkt mit sei­nem ge­sam­ten Pri­vat­ver­mö­gen für Ver­bind­lich­kei­ten der KG (§ 161 HGB, § 128 HGB)

  • Bei der Au­ßen­haf­tung des Kom­man­di­tisten ist al­ler­dings zwi­schen den Zeiträu­men vor und nach der Ein­tra­gung zu un­ter­schei­den:

      • So­lange die Kom­man­di­tisten­stel­lung nicht ein­ge­tra­gen ist, haf­tet der Kom­man­di­tist man­gels Er­kenn­bar­keit un­be­schränkt (§ 176 HGB) "gleich ei­nem per­sön­lich haf­ten­den Ge­sell­schaf­ter", d.h. un­mit­tel­bar ak­zes­so­risch mit sei­nem Pri­vat­ver­mö­gen, § 128 HGB. Es be­steht keine Sub­si­dia­ri­tät ge­gen­über der Haf­tung der Kom­ple­men­täre oder der KG. Die Haf­tung ent­fällt nicht auf­grund der Ein­tra­gung als Kom­man­di­tisten, al­ler­dings fin­det § 160 Abs. 3 HGB ent­spre­chende An­wen­dung (zeit­li­che Be­gren­zung).

      • Nach Ein­tra­gung haf­tet er den Ge­sell­schafts­gläu­bi­gern be­schränkt auf die im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gene Haf­tein­lage, § 172 Abs. 1 HGB. Der Kom­man­di­tist im Falle ei­ner In­an­spruch­nahme von der KG Frei­stel­lung ver­lan­gen (§ 110 HGB). Die KG kann dar­auf­hin aber ih­rer­seits mit der noch of­fen­ste­hen­den Ein­lage­schuld auf­rech­nen, §§ 387 ff. BGB.

      • Hat der Kom­man­di­tist seine Haf­tein­lage an die Ge­sell­schaft er­bracht (§ 171 Abs. 1 HGB) oder an einen Gläu­bi­ger ge­zahlt, haf­tet er nicht mehr, es sei denn, er er­hält seine Ein­lage zu­rück. Dann lebt die Haf­tung wie­der auf, § 172 Abs. 4 HGB.

A ist seit Kur­zem Kom­man­di­tist der H-KG, je­doch ist seine Stel­lung als sol­cher bzw. die Höhe sei­ner Haf­tein­lage (5.000 €) noch nicht im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen. Für Gläu­bi­ger G, der ge­gen die H-KG einen An­spruch auf Zah­lung von 10.000 € hat, ist so­mit nicht er­kenn­bar, dass A ei­gent­lich be­schränkt haf­ten soll. Da­her kann G nicht nur von der H-KG und den Kom­ple­men­tären, son­dern auch von A Zah­lung von 10.000 € ver­lan­gen.

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