D. Was zeich­net die Ge­sell­schaf­ter der OHG aus?

II. Wel­che Rechte ha­ben die Ge­sell­schaf­ter?

So­weit der Ge­sell­schafts­ver­trag nichts an­de­res be­stimmt, ha­ben die OHG-Ge­sell­schaf­ter fol­gende Rech­te:

  • Die Ge­sell­schaf­ter ha­ben einen An­spruch auf Auf­wen­dungs­er­satz in Ge­sell­schafts­an­ge­le­gen­hei­ten - zum einen für Auf­wen­dun­gen, so­weit sie diese den Um­stän­den nach für er­for­der­lich hal­ten durf­ten und zum an­de­ren für Ver­lus­te, die durch die Ge­schäfts­füh­rung ver­ur­sacht wur­den (§ 110 Abs. 1 HGB).

  • Den Ge­sell­schaf­tern steht am Ende ei­nes Ge­schäfts­jah­res ein Ge­winn­an­spruch zu (§ 121 Abs. 1 HGB). Die­ser ba­siert auf der von den ge­schäfts­füh­ren­den Ge­sell­schaf­tern auf­ge­stell­ten Bilanz, die von den Ge­sell­schaf­tern ein­stim­mig durch Be­schluss fest­ge­stellt wur­de. So­weit der Ge­sell­schafts­ver­trag keine spe­zi­el­len Re­ge­lun­gen vor­sieht, wer­den 4% des Ka­pi­talan­teils als Ge­winn ge­währt. Die dar­über hin­aus­ge­hende Summe wird nach Köp­fen ver­teilt (§ 121 Abs. 3 HGB). Ge­winne kön­nen auch ste­hen­ge­las­sen wer­den, so­dass sich der Ka­pi­talan­teil er­höht (§ 120 Abs. 2 HGB), Ver­luste re­du­zie­ren die Ka­pi­talan­teile.

A und B sind mit 5.000 € und C mit 8.000 € an der K-OHG be­tei­ligt. Im ers­ten Ge­schäfts­jahr er­zie­len sie einen Ge­winn von 3.000 €. Im Rah­men der 4% Ver­zin­sung des Ka­pi­talan­teils er­hal­ten A und B je­weils 200 € und C 320 €. Von den ver­blei­ben­den 2280 € er­hält je­der Ge­sell­schaf­ter 760 €.

  • Die Ge­sell­schaf­ter ha­ben -un­ab­hän­gig vom Ge­winn- ein Ent­nah­me­recht (§ 122 Abs. 1 HGB) in Höhe von 4% ih­res für das letzte Ge­schäfts­jahr fest­ge­stell­ten Ka­pi­talan­teils. So­weit der Ge­sell­schaft kein Scha­den ent­steht, darf der Ge­sell­schaf­ter zu­sätz­lich den­je­ni­gen An­teil des Vor­jah­res­ge­win­nes ent­neh­men, der die 4% des Ka­pi­talan­teils über­steigt.
  • Die Ge­sell­schaf­ter ha­ben ein un­be­schränk­ba­res um­fas­sen­des Ein­sichts­recht (§ 118 Abs. 1 HGB). Er­gän­zend be­steht ein un­ge­schrie­be­nes Aus­kunfts­recht we­gen dem um­fas­sen­den Haf­tungs­ri­si­ko, so­weit das Ein­sichts­recht zur In­for­ma­tion nicht ge­nügt.

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