I. Wann fin­det ein Ge­sell­schaf­ter­wech­sel statt?

1. Wann schei­det ein Ge­sell­schaf­ter aus?

Es sind frei­wil­li­ges und un­frei­wil­li­ges Aus­schei­den zu un­ter­schei­den:

  • Die Kün­di­gung kann nur zum Ge­schäfts­jah­res­ende er­fol­gen und muss 6 Mo­nate vor­her er­klärt wer­den (§ 132 HGB), da­mit die Ge­sell­schaft Ver­mö­gen für die Ab­fin­dung frei­set­zen kann. Wie bei der GbR dür­fen wei­tere Ein­schrän­kun­gen das Kün­di­gungs­recht fak­tisch nicht aus­schlie­ßen.

  • Ein Ge­sell­schaf­ter kann durch Ge­stal­tungs­klage aus­ge­schlos­sen wer­den, wenn in sei­ner Per­son ein wich­ti­ger Grund ge­ge­ben ist (§ 140 HGB). Der Ver­trag kann ein an­de­res Ver­fah­ren re­geln. Auch in ei­ner Zwei­per­so­nen­ge­sell­schaft kann ein Ge­sell­schaf­ter aus­ge­schlos­sen wer­den (§ 140 Abs. 1 S. 2 HGB).

Ge­sell­schaf­ter G der Ver­si­che­rungs-OHG hat vor­sätz­lich einen Kun­den falsch be­ra­ten, um sich fi­nanzi­elle Vor­teile zu ver­schaf­fen. Da­rin liegt ein wich­ti­ger Grund i.S.d. § 133 HGB, so­dass die üb­ri­gen Ge­sell­schaf­ter G durch Ge­stal­tungs­klage von der OHG aus­schlie­ßen kön­nen.

Der Aus­schei­dende ver­liert seine Ge­sell­schaf­ter­stel­lung und sei­nen An­teil am Ge­sell­schafts­ver­mö­gen. Als Aus­gleich er­hält er eine ver­trag­lich be­schränk­bare (p­fänd­ba­re!) Ab­fin­dung. Trotz des Aus­schei­dens trifft ihn im Rah­men von § 160 HGB eine Nach­haf­tung für Ge­sell­schafts­schul­den. Die Fünf­jah­res­frist für die Nach­haf­tung be­ginnt am Ende des Ta­ges, an dem das Aus­schei­den in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wird. Bis da­hin wird zu Guns­ten ei­nes gut­gläu­bi­gen Drit­ten ver­mu­tet, dass der aus­ge­schie­dene Ge­sell­schaf­ter noch Ge­sell­schaf­ter ist (§ 15 HGB).

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