D. Pro­blem­schwer­punkte im Ge­sell­schafts­recht

II. Grun­dent­schei­dun­gen des Ge­sell­schafts­rechts

Das Ge­sell­schafts­recht zeich­net sich durch ver­schie­dene Grun­dent­schei­dun­gen aus:

  • Wie im Sa­chen­recht gilt auch im Ge­sell­schafts­recht Ty­pen­zwang: Die Grün­der sind auf be­stimmte Ty­pen (=Gesellschaftsformen) be­schränkt und kön­nen keine ei­ge­nen Rechts­for­men schaf­fen ("nu­me­rus clau­sus der Ge­sell­schafts­for­men").

  • An­de­rer­seits gilt (an­ders als im Sa­chen­recht) Ver­trags­frei­heit hin­sicht­lich der Aus­ge­stal­tung. Des­halb sind ins­be­son­dere das Recht der BGB-Ge­sell­schaft und des Ve­reins weit­ge­hend dis­po­si­tiv und so­mit sehr ver­schie­den­ar­ti­gen Ge­stal­tun­gen zu­gäng­lich. Die Grenze der Ver­trags­frei­heit fin­det sich im Schutz von Gläu­bi­gern, An­le­gern und Min­der­heits­ge­sell­schaf­tern. An­ders ist die Lage vor al­lem im Ak­tienrecht: Dort fin­det sich weit­ge­hend zwin­gen­des Recht (§ 23 Abs. 5 AktG), die Ge­sell­schaf­ter sind in ih­rer Ge­stal­tungs­frei­heit stark ein­ge­schränkt. Hier­durch sol­len die An­le­ger ge­schützt wer­den.

  • Im Grund­satz kön­nen Ge­sell­schaf­ten zu je­dem Zweck ge­grün­det wer­den, Aus­nah­men gel­ten je­doch für die Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaf­ten, die EWIV, den ein­ge­tra­ge­nen Ve­rein und die Ge­nos­sen­schaft.

  • Ein zen­tra­les Pro­blem ist der Schutz der Ge­sell­schafts­gläu­bi­ger, das je nach ge­wähl­ter Rechts­form durch eine per­sön­li­che Haf­tung oder ein be­son­ders ge­schütz­tes Ge­sell­schafts­ver­mö­gen ge­löst wird.

  • Schließ­lich müs­sen in­ner­halb der Ge­sell­schaft die Min­der­heits­ge­sell­schaf­ter be­son­ders ge­schützt wer­den.

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).
32


Gesellschaftsrecht lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.