III. Wo­von sind Ge­sell­schaf­ten ab­zu­gren­zen?

3. Was ver­bin­det Ge­sell­schafts­recht und Erbrecht?

Die Er­ben­ge­mein­schaft§ 2032 ff. BGB) ist keine Ge­sell­schaft, da sie kein frei­wil­li­ger Zu­sam­menschluss auf Grund ei­nes Rechts­ge­schäfts der Be­tei­lig­ten ist.

Sie ent­steht viel­mehr durch Ge­setz (ge­setz­li­che Erb­fol­ge) bzw. durch Rechts­ge­schäft ei­nes Drit­ten (Te­sta­ment bzw. Erb­ver­trag).

Je­doch gibt es zahl­rei­che Ähn­lich­kei­ten zur BGB-Ge­sell­schaft, da auch die Er­ben­ge­mein­schaft als Ge­samt­hand und nicht als Bruch­teils­ge­mein­schaft aus­ge­stal­tet ist. Dies be­deu­tet, dass über "An­tei­le" an ein­zel­nen Ge­gen­stän­den nicht ver­fügt wer­den darf, son­dern nur über den Erb­teil als sol­chen (§ 2033 BGB, § 2040 BGB).

An­ders als bei der BGB-Ge­sell­schaft be­ste­hen je­doch weit­ge­hend zwin­gende Re­ge­lun­gen, ins­be­son­dere für Ge­schäfts­füh­rung und Ver­tre­tung. Die Er­ben­ge­mein­schaft ist nach dem ge­setz­li­chen Leit­bild nicht als dau­er­hafte Ein­rich­tung ge­dacht, son­dern auf Aus­ein­an­der­set­zung ge­rich­tet (§§ 2042 ff. BGB).

Diese Un­ter­schiede ha­ben die Ge­richte bis­lang ein­heit­lich dazu be­wo­gen, der Er­ben­ge­mein­schaft an­ders als der BGB-Ge­sell­schaft keine Rechts­fä­hig­keit zu­zu­mes­sen.

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