III. Wo­von sind Ge­sell­schaf­ten ab­zu­gren­zen?

1. Wel­che Ab­gren­zun­gen be­ste­hen zum öf­fent­li­chen Recht?

Das öf­fent­li­che Recht kennt ei­gene Or­ga­ni­sa­ti­ons­for­men. Sie wer­den nicht durch Rechts­ge­schäft, son­dern durch staat­li­chen Ho­heits­akt oder öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­trag be­grün­det.

  • Kör­per­schaften des öf­fent­li­chen Rechts sind die Ge­biets­kör­per­schaf­ten (Bund, Län­der, Ge­mein­de­ver­bän­de, Ge­mein­den), die Kir­chen (Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 WRV) und die Per­so­nal­kör­per­schaf­ten (z.B. Uni­ver­si­tä­ten).

  • Da­ne­ben exis­tie­ren An­stal­ten des öf­fent­li­chen Rechts, insb. die Rund­funk­an­stal­ten und In­dus­trie- und Han­dels­kam­mern, aber auch Fried­hö­fe, Schwimm­bä­der, Biblio­the­ken und Schu­len. Sie ha­ben keine Mit­glie­der, son­dern nur Be­nut­zer.

  • Schließ­lich gibt es öf­fent­lich-recht­li­che Stif­tungen, z.B. die Stif­tung preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz.

Keine öf­fent­lich-recht­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen sind Par­teien, die − ob­wohl z.T. durch Art. 21 GG und das PartG ge­re­gelt − letzt­lich Ve­reine sind. Auch die Ge­werk­schaf­ten sind trotz Art. 9 Abs. 3 GG und der be­son­de­ren Rechte im Kol­lek­tiv­ar­beits­recht Ge­sell­schaf­ten im wei­te­ren Sin­ne.

Der Staat kann sich (insb. im Rah­men der Da­seins­vor­sor­ge) auch der Rechts­for­men des Pri­vat­rechts (insb. der GmbH) be­die­nen. Dann gel­ten ne­ben dem Ge­sell­schafts­recht be­son­dere öf­fent­lich-recht­li­che Bin­dun­gen (insb. durch die Grund­rech­te), sog. Ver­wal­tungs­pri­vat­recht.

Sie haben diese Seite  besucht (zuletzt ).
32


Gesellschaftsrecht lizenziert unter Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.