III. Wo­von sind Ge­sell­schaf­ten ab­zu­gren­zen?

6. Gilt Ge­sell­schafts­recht in­ner­halb ei­ner (nicht­ehe­li­chen) Le­bens­ge­mein­schaft?

Die ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft (§ 1353 Abs. 1 S. 2 BGB bzw. § 2 LPartG) ist keine Ge­sell­schaft, da sie eine "um­fas­sen­de" Le­bens­ge­mein­schaft be­grün­det und ein be­stimm­ter Zweck im Sinne der Ge­sell­schafts­de­fi­ni­tion fehlt. Ein be­stimm­ter ge­mein­sa­mer Zweck fehlt auch bei der Ad­op­tion (§§ 1741 ff. BGB). Un­strei­tig ist es aber mög­lich, ne­ben der Ehe eine Ge­sell­schaft zu ver­ein­ba­ren, was etwa kon­klu­dent der Fall ist, wenn beide Ehe­part­ner ge­mein­sam ohne be­son­dere Ver­gü­tung in ei­nem Un­ter­neh­men zu­sam­men­ar­bei­ten.

Die Ehe­leute ver­mie­ten ein Zim­mer mit Früh­stück. Ein Ehe­part­ner ist da­bei für die häus­li­chen Tä­tig­kei­ten zu­stän­dig, der an­dere über­nimmt das Zu­be­rei­ten des Früh­stücks.

Auch die nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft ist grund­sätz­lich keine Ge­sell­schaft.

Nach der Recht­spre­chung sol­len aber die Li­qui­da­tionsre­geln der GbR für die nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft (ana­log) gel­ten, so­weit wäh­rend des Be­ste­hens der Le­bens­ge­mein­schaft ge­mein­schaft­li­che (wirt­schaft­li­che) Werte durch Rechts­ge­schäft ge­schaf­fen wur­den. Diese Li­qui­da­tion be­trifft alle Ge­gen­stände, die von den Part­nern aus­drück­lich oder kon­klu­dent zur ge­mein­schaft­li­chen Wert­schöp­fung an­ge­schafft wur­den. Die Grund­sätze der Aus­ein­an­der­set­zung GbR er­mög­li­chen hier­bei einen ge­rech­ten Aus­gleich un­ab­hän­gig von den teils zu­fäl­li­gen Um­stän­den, wer Ei­gen­tü­mer der ge­mein­sam an­ge­schaff­ten Sa­chen wur­de.

Da­ge­gen wird ein­ge­wandt, dass die Voraus­set­zun­gen ei­ner GbR (insb. über­ein­stim­mende Er­klä­run­gen mit Rechts­bin­dungs­wil­len) nicht vor­lie­gen. Die Part­ner ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft wol­len in der Re­gel ge­rade keine recht­lich ver­bind­li­chen Re­ge­lun­gen tref­fen, da sie sich sonst auch ggf. für die Ehe als rechts­ver­bind­li­ches In­sti­tut ent­schie­den hät­ten.

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